Bienen und Wespen oder sogar Hornissen werden häufig verwechselt. Sie sind jeweils in vielen Arten (Größen, Farben, Lebensweisen etc.) vertreten.

Sind Sie sich unsicher, ob Sie ein Nest einer Honigbiene, Wespe oder Hornisse in Ihrem Garten haben, vergleichen Sie sie anhand nachstehender Merkmale:

Körpermerkmale

Farbe:

Honigbienen sehen eher bräunlich aus. Manchmal haben sie einen orangefarbenen Streifen am vorderen Teil des Hinterleibes. Die klassische gelb-schwarze „Biene Maja“-Darstellung der entsprechenden Zeichentrickserie und anderer zeichnerischer Abbildungen trifft eher nicht zu.

Heimische Wespen und europäische Hornissen haben diese gelb-schwarze Farbe. Zukünftig wird uns vermutlich auch eine eher schwarz gehaltene, asiatische Hornisse beschäfigen.

Wespen sind je nach Art mit unterschiedlichen schwarz-/gelb Anteilen gezeichnet. Es gibt verschiedene Hilfen zur Artbestimmung im Detail. Nachstehend sehen Sie nur ausgewählte, nicht abschließende Beispiele.

Behaarung:

Honigbienen sind in der Regel an vielen Teilen des Körpers behaart. Wespen und Hornissen sind eher unbehaart.

Körperform:

Honigbienen haben ein eher rundliches, stumpfes Hinterteil. Wespen und Hornissen sind vom Hinterteil eher spitz.

Flügel:

Eine nicht fliegende Honigbiene hat in der Regel breite Flügel, Hornissen oder Wespen falten ihre Flügel in der Ruhe in der Mitte zusammen, sodass diese relativ schmal erscheinen.

Stachel:

Vom Grundsatz stechen Bienen und Wespen oder Hornissen nur im Notfall, und zwar wenn sie sich bedroht oder eingeengt fühlen. Ist es dennoch passiert, können Sie am Stachel feststellen, wer der Verursacher war. Bei Honigbienen bleibt der Stachel samt pumpender Giftblase in der Haut stecken. Bei den übrigen Insekten wird in der Regel der Stachel wieder rückstandslos herausgezogen.

Größe:

Honigbienen und Wespen sind mit 10-14 mm Länge ähnlich groß. Hornissen sind mit 30 mm Länge deutlich größer.

Nest-Merkmale

Nest – Ort:

Honigbienen leben in Höhlen. In der Regel werden sie von Imkern künstlich angeboten. Jedoch werden natürlich große Baumhöhlen etc. bevorzugt. Ein Bienennest im engen Jalousinenkasten etc. ist eher ungewöhnlich.

Wespen und Hornissen nisten je nach Art und Angebot entweder in Höhlen oder in freihängenden Nestern (oder Mischformen – falls die gewählte Höhle zu klein gewählt wurde). Als Höhlen können je nach Art natürliche Baumhöhlen, Erdlöcher etc. angenommen werden. Gerne werden von Wespen auch Jalousinenkästen oder Hohlräume unter Dächern angenommen. Hornissen legen Nester nicht in der Erde an.

Nest – Material:

Honigbienen bauen Waben aus Wachs – diese ohne eine gesonderte, von Bienen gebaute Umhüllung.

Wespen und Hornissen bauen Waben und die Umhüllung ihres Nestes aus einer papierartigen Substanz, die aus zerkauten Pflanzenteilen (Holz etc.) hergestellt wird. Die Umhüllung hat in der Regel Lufttaschen. Durch die unterschiedlichen Herkünfte des Baumaterials erkennt man aus der Nähe betrachtet verschiedenfarbige Streifen in den Waben und der Hülle.

Nest – Waben:

Die Waben der Honigbienen bestehen aus waagerecht angeordneten, sechseckigen Röhren (Zellen), die zur Seite geöffnet (oder manchmal mit einem Wachsdeckel verschlossen) sind. Diese Röhren sind beidseitig an einer gemeinsamen, senkrechten Mittelwand angeordnet.

Die Waben von Wespen oder Hornissen bestehen aus senkrecht angeordneten, sechseckigen Röhren, die nach unten geöffnet sind. Die Zellen sind pro Etage/Wabe nur einseitig angeordnet.

Nest – Gründung:

Honigbienen gründen ihr Nest durch Schwärme. D.h. sie beginnen ihren Staat von Anfang an in großer Individuenanzahl. Das Nest / der Staat überdauert auch den Winter mit vielen Bienen.

Wespen- und Hornissenköniginnen gründen das Nest/den Staat im Frühjahr alleine. Danach wächst es bis zum Herbst. Zu diesem Zeitpunkt löst es sich auf. Es überwintern nur die Königinnen.

Fotos:

ganz oben: Wespe rechts oben + Hornissennest: Enrico Klee, Löhne

ganz oben: europ. Hornisse: Nils Tasto, Imkerverein Löhne

übrige Fotos: Ralf König, Imkerverein Löhne